Manchmal kommt es im Leben anders als man denkt.......

.... und die Wünsche werden ganz klein!

 

So traf uns am  Wochenende, genauer gesagt Samstag der 18.03.2017 gegen Mittag, ein schwerer Schicksalsschlag. Finja war auf einem Spaziergang kurz außer Sicht hinter einem Baumstammstapel, als sie plötzlich fürchterlich schrie. Als ich sie danach zu Gesicht bekam, konnte ich nicht glauben was ich sah. Seit dem glaube ich, ich bin im falschen Film und hoffe, dass das alles nicht passiert ist.
Als Finja hinter dem Baumstammstapel hervor kam war sie hinten komplett gelähmt. Ich sagte Jens, er soll schauen, ob er dahinter irgendwas finden kann und ich kümmerte mich um Finja. Sie kam hinten nicht mehr hoch. Wir trugen sie zurück zum Auto. Das ganze passierte auch ausgerechnet nicht zu Hause, sondern als wir in Baden Württemberg waren. Ich suchte schnell den nächsten Tierarzt im Handy raus, rief an und wir fuhren dort hin. Dort angekommen konnte sie zumindest wieder stehen und wie betrunken durch die Gegend taumeln. Sie wurde dort gegen die Schmerzen behandelt. Ich telefonierte später mit meiner Tierärztin und beobachteten über Nacht. Ich hatte die Hoffnung, am nächsten Morgen wäre der Spuk vorbei. Leider hatte sich nichts verbessert. So traten wir zeitig die Heimreise an und fuhren direkt in die Tierklinik in Leipzig. Dort wurde sie ausgiebig untersucht und letztendlich wurde ein traumatischer Bandscheibenvorfall vermutet. Ich wollte aber Klarheit und keine Vermutung. So ließ ich sie direkt am Sonntag schweren Herzens stationär aufnehmen und entschied mich sie im MRT untersuchen zu lassen. Montag standen in der Klinik bei den Neurologen bereits 2 Operationen an, sodass Finja erst am Dienstag ins MRT ging, damit sie falls sie operiert werden müsste nicht zweimal in Narkose muss. Ein Akutnotfall war sie nicht, da sie stehen und gehen und selbständig Kot und Harn absetzen konnte. So wurde am Montag nur auf strikte Ruhigstellung geachtet. Am Montag rief mich die behandelnde Neurologin an und berichtete mir dass ihr Zustand sich etwas verbessert hatte und sie aufgrund der gesamten Symptomatik nun eher von einer Rückenmarks Embolie ausgehen. Das ist nix Schönes, aber wäre in Finjas Zustand sehr gut therapierbar ohne Operation. Hoffnungsvoll erwartete ich den Anruf nach dem MRT am Dienstag.
Und dann der Schock: Bandscheibenvorfall am 12./13. Brustwirbel. Und als ob das nicht gereicht hätte, wurde noch eine beginnende Lumbosakrale Stenose festgestellt. Beides zusammen operieren ist nicht möglich. Jedoch wird die Stenose noch ein Thema werden, sofern es nicht stagniert. Ich entschied mich aber direkt den Akutfall Bandscheibenvorfall operieren zu lassen. Nach ewigen Stunden des Wartens kam der erlösende Anruf, dass Finja die Operation gut überstanden hat. Das Ausmaß war letztendlich noch schlimmer, als das MRT vermuten ließ, teilte mir die Tierärztin am Telefon mit. Deshalb war die Operation die richtige Entscheidung.
Am Donnerstag, den 23.03.2017 durfte unsere Maus nach Hause. Ab da stand ein Marathon aus Physiotherapie vor uns. Zusätzlich mindestens 4 Wochen kompletter Kennelarrest und dann hat Finja gute Chancen wieder auf die Beine zu kommen.
All unsere Träume und Ziele sind damit zu Nichte. Die Träume sind nun andere.... kleine....
Aber unsere Maus ist stark. Aktuell stärker als ich. Sie zeigt mir, dass sie das schafft und sie die selbe ist. Ich liebe diese kleine Kämpferin! 💖
Wir danken allen, die uns beistehen und für uns da sind!
Wir beginnen nun einen neuen Weg

 

Über unseren weiteren Weg und Finjas Entwicklung werde ich hier weiter berichten.........

 

03.04.2017

Finja hatte nun schon 4 Behandlungen mit unserer lieben Physiotherapeutin, die sich 3 mal wöchentlich 1h Zeit nimmt und auch zu uns nach Hause kommt. Sie genießt es sehr so viel Aufmerksamkeit zu bekommen und die Behandlungen tun ihr sichtlich gut. Ihr Gangbild hat sich schon innerhalb einer Woche deutlich positiv verbessert. Sie läuft bereits stabiler und koordinierter. Natürlich ist es noch viel Arbeit, bis sie sich wieder völlig unauffällig bewegen wird, aber wir freuen uns sehr über ihre Fortschritte und dass es ihr so gut geht. Sie ist auch sichtlich genervt, dass es nur eine 5 Minutenrunde an kurzer Leine morgens gibt und sie sonst mit Pippi im Garten an der Leine Vorlieb nehmen muss. Dafür mache ich mit ihr auch einmal am Tag eine kleine Einheit mit leichtem Muskel- und Koordinationstraining. Darüber freut sie sich immer besonders, da sie dann auch endlich mal etwas zutun hat, neben dem ganzen Tag rumliegen müssen.

Heute waren wir auch zum ersten Mal bei unserer Haustierärztin seit dem Vorfall. Die Fäden wurden gezogen. Die Wundnaht ist völlig unauffällig verheilt und nun pflege ich die Narbe mit Manuka- und Traumeel-Salbe. Auch unsere Tierärztin fand Finjas Gangbild schon sehr gut so kurz nach der OP.

Am kommenden Samstag haben wir unsere erste kleine Einheit auf dem Wasserlaufband. Ich bin gespannt, was Finja dazu sagt :-D

 

15.04.2017

Drei mal waren wir nun bereits beim Wasserlaufband und Finja macht richtig gut mit. Um sie nicht zu sehr zu belasten müssen wir auch wirklich immer nach ca. 10 Minuten das Training beeanden - Spaziergänge soll ich ja auch nicht länger als 10 Minuten machen und im Wasser muss sie sich ja noch mehr anstrengen. Aber man merkt Finja überhaupt keine Anstrengungen an. Die Therapeutin meint, dass man bei vielen Hunden nach 5-8 Minuten sieht, was es sie für Anstrengung kostet. Aber nicht so die kleine Finja. Sie würde wohl auch eine Stunde auf dem Laufband laufen ;-)

Auch wird Finja weiterhin mit drei mal wöchentlich Physiotherapie versorgt. Ich glaube sie wird die Termine vermissen, wenn wir sie irgendwann nicht mehr brauchen!

Am 21.04. haben wir in der Klinik Nachkontrolle bei der Neurologin. Danach werden wir wissen, ob die Spaziergänge länger ausfallen dürfen, in wie weit sie mehr belastet werden darf usw.... 

Ich bin sehr gespannt auf diesen Termin. Denn dann haben wir die große 4-Wochenhürde geschafft :-D

 

21.04.2017

Die Nachkontrolle in der Klinik war vielversprechend. Finja entwickelt sich gut. Wir können ab nun die Dauer der Spaziergänge wöchentlich um 5 Minuten steigern (erstmal nur einen Spaziergang am Tag verlängern). Weiterhin soll möglichst Springen vermieden werden. Ich bin so froh, denn dann kann Finja nun auch bald an kleinen Spaziergängen mit Fiero und Feivel teilhaben und kann auch wieder Kondition aufbauen.

 

29.04.2017

Auch die Dauer auf dem Wasserlaufband wird gesteigert. Ich hoffe sehr, dass dadurch Finja wieder ordentlich Muskeln bekommt, denn sie hat bereits 1kg Muskelmasse abgebaut und ich denke auch dass ihr dadurch noch ausreichend Stabilität in der Hinterhand fehlt. Sicher muss auch wieder die Muskelkondition aufgebaut werden, dass die Muskeln nicht so schnell erschöpfen. Aber wir sind weiterhin guter Dinge, da Finja stets kleine Fortschritte macht :-D

 

23.06.2017

Finja geht nun hin und wieder frei schwimmen und hat bereits auch wieder gut an Muskelmasse aufgebaut.

Besonders genießt sie, dass sie jetzt wieder frei laufen kann und darf :-D

Physiotherapie hat sie jetzt einmal wöchentlich und werden wir nach und nach ausschleichen, jedoch zur Vorbeugung 1-2 mal im Monat beibehalten.

 

Mitte Mai hatten wir mit Mantrailing angefangen. Daran hat sie besonders große Freude, dass sie endlich wieder einer Aufgabe nachgehen kann und wieder einen Job hat. Ich bin total glücklich zu sehen wie sie in dieser neuen Herausforderung aufgeht!

 

Seit Mittwoch (21.06.2017) ist sie läufig, etwas später als geplant, aber an sich sagt mir das, dass ihr Körper sich nicht mehr in dem Maße auf die Regeneration konzentrieren muss. Wir sollten also das Schlimmste überstanden haben :-D

 

Das Fell auf dem Rücken ist auch schon gut nachgewachsen, aber ein bisschen setzt es sich noch vom Rest ab und erinnert an das was passiert war.

 

Auf geraden/ anspruchslosen Böden läuft Finja noch häufig schludrig und schleift etwas mit ihren Hinterbeinen. Je mehr sie sich konzentriert, desto besser läuft sie. Ich hoffe sehr, dass wir das noch in den Griff bekommen.

Aber insgesamt bin ich einfach froh, dass es unserer Maus so gut geht!!!

 

 

 

12.12.2017

 

Finja hat jetzt nochmal einen extremen Schub gemacht und ist aktuell extrem agil und voller Lebensfreude. Sie lässt es sich auch nicht nehmen, wie ein Jungspund herumzukaspern. Ich habe das Gefühl ihr geht es im Moment sehr gut. Am Mantrailing hat sie extreme Freude und ist voller Begeisterung bei der Arbeit dabei.

So kann es bleiben :-) Wir hoffen dass es keinen zweiten Vorfall geben wird!

 

 

07.02.2018

 

In Nordamerika gibt es ein Labor, dass sich mit einem neuen Gentest (CDDY - Chondrodystrophy) für die Toller beschäftigt.

Dieser Gendefekt soll auch im Zusammenhang mit der Beinlänge der Toller stehen.

Gleichzeitig soll in Zusammenhang mit diesem Gen ein erhöhtes Risiko für einen Bandscheibenvorfall Typ 1 nach Hansen bestehen. Bei dieser Art vo Bandscheibenvorfall, sind alle Bandscheiben degeneriert und bei einem Vorfall reißt die äußere Hülle der Bandscheibe. Da es sich um einen dominanten Erbgang handelt können sowohl homozygote Träger (CDDY/CDDY) als auch heterozygote Träger (CDDY/N) erkranken. Freie Hunde dieses Gens, der sogenannte Wild Typ (N/N) sollten laut dieser Studie nicht am Bandscheibenvorfall Typ 1 nach Hansen erkranken, jedoch können sie alle anderen Formen von Rückenerkrankungen genauso bekommen.

 

Einzelheiten zu der Studie können hier nachgelesen werden: https://www.vgl.ucdavis.edu/services/dog/NSDTRTests.php

 

Da Finja einen Bandscheibenvorfall hatte und mir damals in der Klinik gesagt wurde, dass alle ihre Bandscheiben verändert aussehen, klang mir das ganz so, als ob Finja betroffen sein könnte.

Daher haben wir mit Danika Banasch, die die Studie und den Gentest mit leitet, Kontakt aufgenommen.

Sie hat Finjas MRT Bilder begutachten lassen und heraus kam, dass Sie am Typ 1 nach Hansen erkrankt ist.

Wir haben uns dann entschieden die Studie mit zu unterstützen und haben Blut von Finja zu Danika Banasch in die USA geschickt, damit weiter an dem Gendefekt geforscht werden kann.

Danika hat anhand des Blutes auch den Gentest für Finja durchgeführt und heraus kam, dass sie heterozygoter Träger ist, also CDDY/N.

Wir sind gespannt, ob es in den kommenden Jahren weitere Erkenntnisse dazu gibt und werden das Thema weiter verfolgen.

 

Glücklicher Weise geht es Finja aktuell sehr gut. Sie ist voller Lebensfreude, extrem agil und fast wie vor dem Bandscheibenvorfall. Das Einzige, was noch daran erinnern lässt, ist ihr leichtes Zehenschleifen mit den Hinterbeinen.

Wir sind sehr glücklich darüber und hoffen, dass ihr Zustand weiterhin so stabil bleibt :-)